Online-Fitnessstudio

Datenschutz im Online-Fitnessstudio

Öffentlich einsehbares Online-Profil mit Körperfettanteil und Herzfrequenz? Lieber nicht! Damit Ihre Gesundheitsdaten dortbleiben, wo sie hingehören, sollten Sie bei der Wahl des Online-Fitnessstudios auf den Datenschutz achten.

2020-04-26

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Vieles läuft nun online ab – oftmals auch das Workout. Bei Fitnessstudios, die ihre Programme online anbieten, spielt der Datenschutz aber eine ebenso große Rolle wie im „echten Leben“. Und das hat viele Gründe.

Vor der Arbeit, in der Mittagspause oder vorm Schlafengehen kann nun jede*r Sportliebhaber*in ohne weiteres ein kleines Workout einlegen. Dazu werden neben gratis YouTube-Videos verstärkt Online-Fitnessstudios und Online-Fitnessplattformen genutzt. Doch bevor Sie hier loslegen, sollten Sie einen eingehenden Blick auf die Datenschutzvorkehrungen des Studios bzw. der verwendeten Online-Plattform werfen – denn Gesundheitsdaten, die hier oftmals eingegeben werden müssen, um den persönlichen Trainingsplan zu erstellen oder auch den Body-Mass-Index zu errechnen gehören zu den besonderen Kategorie personenbezogener Daten und sind daher nach der DSGVO besonders schützenswert. Solche personenbezogenen (Gesundheits-)Daten können beispielsweise sein:

  • Name

  • E-Mail-Adresse

  • Geschlecht

  • Alter

  • Größe

  • Gewicht

  • Puls, Herzfrequenz

  • Körperfettanteil

  • Usw.

Die wenigsten Menschen machen sich Gedanken, solche Angaben ihren Fitness-Apps und Smart-Watches anzuvertrauen (teils mit fatalen Folgen), doch wenn das Online-Fitnessstudio keinen Wert auf den Datenschutz legt und Ihr Name nebst dem Körperfettanteil öffentlich einsehbar ist, kann das schnell mehr werden als ärgerlich: Je mehr personenbezogene Daten ungeschützt im Netz stehen, umso wahrscheinlicher können diese für illegale Aktivitäten verwendet werden (Datenmissbrauch). Deswegen gilt hier die Devise, lieber vorher einen aufmerksamen Blick auf das Online-Programm zu werfen.

 

Offline wie Online: Darauf kommt es beim Datenschutz im Fitnessstudio an

Bevor Sie mit dem Online-Fitnessstudio Ihrer Wahl lostrainieren, überprüfen Sie folgende Punkte:

  • Hat die Seite des Fitnessstudios eine Datenschutzerklärung, auf der auf das jeweilige Online-Tool verwiesen wird? Dies ist zwingend nötig, um ein Online-Angebot datenschutzkonform abzudecken. Dieser Abschnitt muss auch die Informationen beinhalten, was mit Ihren eingegebenen Daten passiert – werden diese evtl. an Dritte weitergegeben?

  • In diesem Abschnitt der Datenschutzerklärung muss auch stehen, welches Tool für das Streamen verwendet wird – ist es ein aus Datenschutzgründen bedenkliches Tool wie Zoom? Eine Übersicht der gängigsten Online-Video-Tools haben wir hier für Sie zusammengestellt.

  • In der Datenschutzerklärung können Sie auch gleich nachschauen, ob ein Datenschutzbeauftragter für das Fitnessstudio benannt wurde. Dies ist zwingend notwendig, denn es werden immerhin besonders sensible Gesundheitsdaten verarbeitet.

  • Werden Sie darüber hinaus in der Datenschutzerklärung über Ihre Betroffenenrechte (nach Kap. 3 DSGVO) informiert? Ihnen muss laut DSGVO die Möglichkeit gegeben werden, die Auskunft, Einschränkung der Verarbeitung, Berichtigung oder Löschung Ihrer Daten zu verlangen. Wie Sie von diesen Rechten Gebrauch machen und ein Auskunftsersuchen formulieren, erfahren Sie hier.

  • Wenn Sie sich bereits im Online-Tool angemeldet haben, werfen Sie einen Blick auf die URL: Beginnt diese mit „https://“? Denn nur dann werden die Daten verschlüsselt übertragen.

 

Dies sind die Mindestanforderungen, die Sie beachten sollten, um im übertragenen Sinn auch vor dem Bildschirm sicher zu trainieren. Manche Dinge bleiben aber beim Training im Online-Fitnessstudio wie auch im Fitnessstudio vor Ort gleich: Viel trinken! Und das Dehnen am Schluss nicht vergessen. Viel Spaß!

Autorin: Kathrin Strauß
Artikel veröffentlicht am: 26. April 2020

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