Beispielbild: Online-Datenschutz 2020

Warum Datenschutz 2020 wichtiger denn je ist

Corona bewirkte zumindest bei dem Thema Datenschutz-Bußgelder eine kurzfristige Verschnaufpause. Doch nun schnellen die Bußgeld-Zahlen nach oben. Dies ist aber nur einer der Gründe, warum Unternehmen das Thema Datenschutz ernster denn je nehmen sollten.

2020-11-05

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Corona verlangsamt vieles, so auch die verhängten Datenschutz-Bußgelder. Aber wie bei den Corona-Zahlen schnellen nun die Bußgeld-Zahlen ebenso wieder nach oben und lassen aufhorchen. Auch müssen durch den erneuten Teil-Lockdown wieder viele aus dem Home-Office arbeiten, was aus Datenschutz-Sicht nicht unterschätzt werden sollte. Dies sind aber nur zwei der Gründe, warum Unternehmen das Thema Datenschutz ernster denn je nehmen sollten.

Datenschutz 2020: DSGVO-Bußgelder brechen alle Rekorde

Als Anfang des Jahres 2020 das volle Ausmaß der Corona-Pandemie erstmals sichtbar wurde, hatten viele Unternehmen auf einmal ganz andere Sorgen als das Thema DSGVO und Datenschutz. Auch die Aufsichtsbehörden gingen mit ihrer Nachverfolgung von Datenschutzverstößen und der Verhängung von Bußgeldern deutlich milder vor: War es im 1. Quartal 2020 noch zu einem vorläufigen Höhepunkt an in Europa verhängten Bußgeldern gekommen (80), so wurden in Q2 lediglich knapp 50 Bußgeldverstöße geahndet. Dies erwies sich aber lediglich als die Ruhe vor dem Sturm: In Q3 / 2020 schnellten die verhängten Bußgelder auf ein nie dagewesenes Rekordhoch – mit satten Strafen, wie einer 35 Millionen Euro Strafe gegen das Modehaus H&M. Bei der Modekette waren, so die Begründung, in einer Nürnberger Filiale seit Jahren das Privatleben von Mitarbeiter*innen systematisch ausgespäht worden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass einige der sehr hohen Bußgelder, z.B. an British Airways und Marriott, die bereits 2019 angedroht wurden, diesen Oktober verhängt wurden. Diese beiden Unternehmen hatten lange aggressiv und mit enorm hohem Aufwand versucht, die Bußgelder zu kippen oder zu reduzieren, waren beide damit aber nur aufgrund der massiven wirtschaftlichen Einbrüche durch Corona teilweise erfolgreich.

Doch die Angst vor saftigen Bußgeldern ist bei Weitem nicht der einzige Grund, warum Sie und Ihr Unternehmen die Datenschutzgrundverordnung und den Schutz personenbezogener Daten ernst nehmen sollten.

 

Warum Sie das Thema Datenschutz jetzt angehen müssen

Corona hat nicht nur das Privatleben, sondern auch den Arbeitsalltag verändert. Viele Mitarbeiter*innen sind im Home-Office und KMUs mussten zum Teil rasch die interne Digitalisierung vorantreiben. Das Thema Datenschutz darf dabei jedoch – wie bisher oftmals geschehen – keinesfalls zu kurz kommen. Die Gründe liegen auf der Hand:

  • Berufsleben im privaten Raum
    Das Home-Office birgt große Datenschutzrisiken, auf die jedes Unternehmen reagieren muss. Haben Sie eine Home-Office-Vereinbarung für Ihre Mitarbeiter*innen? Hier können Sie eine solche Home-Office-Vereinbarung herunterladen, sollte diese nicht Bestandteil des Arbeitsvertrags oder einer Betriebsvereinbarung sein.

  • Keine Rücksicht von Behörden
    Wie eingangs bereits erwähnt, war Q3 / 2020 das Quartal mit den meisten Bußgeldern seit Einführung der DSGVO. Wenn Unternehmen nicht rechtskonform aufgestellt sind, bedrohen Bußgelder ganze Existenzen. Solche Bußgelder richten sich nach der Schwere des Verstoßes, können aber bis zu 20 Millionen EUR oder bis zu 4 % des weltweit erwirtschafteten Jahresumsatzes im vorangegangenen Geschäftsjahr betragen. Alles zum Thema Bußgeld finden Sie in unserem Bußgeldkatalog.

  • Einsatz neuer Technologien
    Unternehmen müssen Tools zu Kommunikation und Kollaboration einsetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor allem Video-Conferencing-Tools hatten ihre große Stunde, als ganze Firmen kollektiv ins Home-Office gingen. In unserer Übersicht zum Thema „Video-Conferencing-Tools im Vergleich“ können Sie sich schnell darüber informieren, wie es um das bei Ihnen eingesetzte Tool steht.Der Datenschutz hört natürlich auch bei anderen Tools, wie Chat-Tools, Online-Terminabstimmungstools oder Cloud-Lösungen, nicht auf.

  • Verschmelzung von Hardware
    Im Home-Office wird oftmals auf private Hardware-Geräte zurückgegriffen, um geschäftliche Angelegenheiten zu regeln. Das ist aus Datenschutz-Sicht problematisch: Die Vermischung von Privat- und Berufsleben auf einem privaten Endgerät, häufig mit dem Schlagwort Bring-Your-Own-Device (BYOD) zusammengefasst, birgt große Probleme, die schnell zu Datenschutzverstößen führen können. Alles Facts zum Thema BYOD lesen Sie hier.

  • Erhöhte Datensensibilität
    Der Schutz personenbezogener Daten ist wichtiger denn je und kommt auch immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. Nicht zuletzt die Tatsache, dass viele falsche Kontaktdaten in der Gastronomie angegeben wurden, bestätigt dies. Die steigende Datensensibilität schließt natürlich auch Mitarbeiter*innen-Daten und die Daten von Kundinnen und Kunden mit ein. Ein Unternehmen und dessen Datenschutz funktioniert aber immer nur so gut, wie die Mitarbeiter*innen zu diesem Thema geschult sind. Daher spielen Datenschutz-Mitarbeiterschulungen gerade jetzt eine enorm wichtige Rolle und können als ein zentraler Baustein des gelebten Datenschutzmanagements auch für Verfahren mit Aufsichtsbehörden essentiell werden.

  • Melden von Datenschutzverstößen
    Durch die Krise verbringen Menschen viel Zeit online – vor allem, wenn es wieder einen (Teil-)Lockdown gibt. So haben sie auch mehr Zeit, um Datenschutzlücken zu melden. Wie im letzten Punkt bereits angesprochen, wächst die Datensensibilität der Menschen immer weiter. Reagieren Sie hier direkt und checken Sie Ihren internen Datenschutz. Ist alles auf dem neusten Stand?

  • Datenschutz als Wettbewerbsvorteil
    Plötzlich haben auch alteingesessene KMUs einen Onlineshop und es wird immer schwieriger, sich im Internet von Wettbewerber*innen abzuheben. Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor ist, vor allem auch online, der Datenschutz. Sie haben Ihr Unternehmen datenschutztechnisch auf Vordermann gebracht? Dann zeigen Sie es und sichern Sie sich das Vertrauen Ihrer Kunden! Hier lesen Sie alles weitere, wie Sie den Datenschutz als Wettbewerbsvorteil nutzen können.

 

Fazit zum Thema Datenschutz 2020 & Ausblick Datenschutz 2021

Es gibt viele Punkte, die die schnelle, korrekte und wirtschaftliche Umsetzung eines Unternehmens-Datenschutzes dringlicher denn je machen. Sollten Sie dabei Unterstützung benötigen, ist es sinnvoll, einen externen Datenschutzbeauftragten zu Rate zu ziehen. Das Berufsleben ordnet sich komplett neu und die aktuelle Krisenlage zwingt Unternehmen, digital und agil sowie remote zu funktionieren. Auch für den Datenschutz gibt es bereits innovative digitale Lösungen, wie unsere Datenschutzsoftware Proliance 360. Nutzen Sie solche Angebote – denn die digitale Fokussierung wird sich auch 2021 oder sogar langfristiger nicht ändern. Unternehmen müssen sicher aufgestellt sein, um durch turbulente Zeiten zu gelangen. Unnötige Stopper, wie beispielsweise der Imageschaden oder gar die Verhängung eines Bußgelds aufgrund eines Datenschutzverstoßes, sind nicht nur vermeidbar, sondern im schlimmsten Fall geschäftsgefährdend.

Autorin: Kathrin Strauß
Artikel veröffentlicht am: 05.11.2020

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