Smartphones & Datenschutz

Smartphones & Datenschutz – Wie sicher sind Daten auf dem Handy?

Handy und Datenschutz – geht das zusammen? Wir vertrauen unserem Handy viele persönliche Daten an. Dabei sammelt und teilt der smarte Alltagsbegleiter oft mehr Informationen, als uns bewusst ist.

2021-06-10

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Der Umgang mit dem Smartphone ist längst eine Selbstverständlichkeit – genauso selbstverständlich sollten sich Nutzer:innen aber hier auch über mögliche Risiken hinsichtlich des Datenschutzes informieren – und über Schutzmaßnahmen. Wir erklären, ob das Thema Datenschutz und Handy zusammen geht.
 

Datenschutzrisiken bei Smartphones

Datenschutz und Smartphones sind im Alltag nur schwer miteinander vereinbar. So benötigen die meisten Apps Zugriff auf Elemente wie die Kamera, das Mikrofon, das Adressbuch (hier sind dann auch Daten Dritter betroffen) oder den Standort Ihres Geräts, um funktionieren zu können. Die dadurch gesammelten Informationen können durch Hackerangriffe missbräuchlich verwendet werden. Auch bei alltäglichen Anwendungen, wie etwa bei der Verwendung von Bluetooth für beispielsweise

  • Datentransfers,
  • das Hören von Musik
  • oder die Geräte-Vernetzung

besteht die Möglichkeit des Datendiebstahls. Dasselbe Risiko gilt bei der Nutzung von cloudbasierten Services wie etwa Dropbox oder der Adobe Creative Cloud, bei denen Ihre Daten auf externen Servern gespeichert werden und somit nur noch schwer nachvollziehbar ist, wer darauf zugreifen kann.

Gravierend ist der Verlust des Mobilgeräts an sich, sei es durch eigenes Verschulden oder einen Diebstahl. Mit Hilfe bestimmter Apps können Sie Ihr Gerät zwar orten oder sperren lassen, vor dem Datenverlust selbst schützen diese aber auch nicht.
 

Welche Daten werden auf Smartphones gespeichert und verarbeitet?

E-Mails, Telefonate, Surfen – Ihr Handy speichert all Ihre Aktivitäten und somit Bewegungs- bzw. Verhaltensmuster. iPhones etwa senden den Standort des Nutzers laufend an Apple, das Unternehmen stellt diese Daten auch Dritten zur Verfügung. Seit iOS 10 werden außerdem die Metadaten von Apps wie WhatsApp, Skype, dem Messenger oder der Telefon-App für 4 Monate gespeichert und können so von Behörden eingesehen werden. Insbesondere die boomenden Health-Apps bei Smartphones haben es nicht nur bei Apple in sich: Die unter dem Namen Health versteckte Schrittzähler App bringt den Datenschutz in Gefahr, es sei denn, man deaktiviert diese Funktion in den Einstellungen.
Auch Huawei bietet eine Health App, die den Datenschutz in ähnlicher Weise verschlechtern kann wie die von Apple.

Die Datenschutz-gefährdende Liste lässt sich allerdings auch bei Android Smartphones fortsetzen: Smartphones von Android senden die sogenannte Call History mit Ihrer Telefonnummer und Datum bzw. Uhrzeit an Google. Diese Daten werden für die Personalisierung von Werbung an andere Firmen weitergegeben. Auch Tools wie die für beide Betriebssysteme erhältliche DreamLab App können den Datenschutz gefährden, denn diese nutzt die Rechenkapazität von Smartphones während des nächtlichen Ladevorgangs, um die Erforschung von z.B. Krebs zu unterstützen.

In der Pandemie hat sich das Datenschutz-Problem bei Smartphones sogar noch verstärkt: Laut der Studie „Gefahr in einer Pandemie: Der Stand der Sicherheit von mobilen Anwendungen“ des Unternehmens Synopsys, die sich mit Apps beschäftigt, die in der Pandemie ein enormes Wachstum verzeichneten (wie Finanz- und Health-Apps), kann man im Durchschnitt davon ausgehen, dass jede Android-App, die nicht richtig gesichert ist, etwa 39 Schwachstellen aufweist. Das ist eine alarmierende Zahl, von der die meisten Nutzer:innen nichts wissen dürften.
 

Wie können Nutzer ihre Handy Daten schützen?

Für Sie als Nutzer:in gibt es dennoch ein paar Optionen, um bei der Verwendung Ihres Handys den Datenschutz so gut wie möglich zu wahren. So können Sie

  • den Zugriff auf Ihren Standort deaktivieren, entweder in den allgemeinen Einstellungen des Handys selbst oder in denen der jeweiligen App;
  • unterwegs WLAN bzw. Bluetooth deaktivieren, denn anhand der Netzwerke, in die sich Ihr Gerät im Verlauf des Tages einloggt, kann Ihr Bewegungsprofil nachvollzogen werden;
  • vor dem Installieren von Apps abwägen, ob die geforderten Zugriffsrechte nachvollziehbar sind und im Zweifelsfall eine andere App wählen. Im Fall der Google App können Sie in den Einstellungen die sogenannte Werbe-ID zurücksetzen, um personalisierte Werbung zu vermeiden;
  • Bei einigen Handys ist es bereits voreingestellt, dass Backups in der Cloud gespeichert werden, wie etwa bei den Google Phones wie Google Pixel. Besser ist es, automatische Backups in Clouds zu deaktivieren und Daten stattdessen gezielt auf eigenen externen Speichern sichern.
  • Passwörter bzw. doppelte Sperrfunktionen wie eine Kombination aus PIN und Fingerabdruck verwenden;
  • regelmäßig temporäre Dateien wie Cookies löschen, die Ihr Nutzungsverhalten nachvollziehbar machen

Sollten Sie Ihr Smartphone zudem sowohl für private als auch geschäftliche Zwecke nutzen, so können noch weitere Maßnahmen sinnvoll sein. Neben sicheren Passwörtern oder der Nutzung der Zweifach-Login-Funktion sollten Sie bei der Übertragung von Daten eine App zur Verschlüsselung verwenden. Zudem können Sie durch Dual-Sim für private und geschäftliche Benutzerkonten den Datenschutz erhöhen, um verschiedenen Apps nur für das jeweilige Profil Zugriff zu gewähren.
 

Smartphone Datenschutz Vergleich: Welche Handys sind besonders datensicher?

Die auf Smartphones meist genutzten Betriebssysteme sind Android und iOS. Ersteres gilt in Sachen Datenschutz als das weniger sichere, weil auf Open Source basierende System, was es sowohl Hacker:innen als auch Anbieter:innen von Malware-Apps erleichtert, an Ihre Daten heranzukommen.

Apple lässt nur solche Apps in den eigenen Store, die den konzerneigenen Sicherheitsstandards entsprechen. Zudem gibt es für das Android-Betriebssystem seltener Software-Updates als für iOS, was die Gefahr eines Hacker:innen-Angriffs erhöhen kann. Nutzer:innen von Android müssen außerdem immer auch die Anwesenheit der Google-Dienste auf ihrem Handy akzeptieren und so damit rechnen, dass ihre Daten zu Werbezwecken an den Internetkonzern gehen. Immerhin gibt Google seit 2017 seinen Nutzer:innen über das erweiterte Sicherheitsprogramm die Möglichkeit, ihr Konto mit einem extern gespeicherten sogenannten Security-Key zu schützen.

Ein Profi-Tipp zum Schluss:

Ob Android oder iOS – um bei der Nutzung Ihres Handys den Datenschutz zu verbessern, können Sie auf Ihrem Smartphone Virenscanner oder ein VPN-Tool installieren, um Ihren gesamten Datenverkehr zu verschlüsseln. Da es jedoch keinen vollkommenen Schutz vor Datenklau gibt, sollten Sie bei der Nutzung Ihres Smartphones zu jeder Zeit achtsam bleiben.

Autorin: Kathrin Strauß
Artikel veröffentlich: 10.Juni 2021

Bitte beachten Sie: Allgemeine Beiträge können eine datenschutzrechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit unsere Blogbeiträge können wir keine Gewähr übernehmen. Inhalte beziehen sich immer auf die Rechts- und Faktenlage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und sind deshalb zum Zeitpunkt des Aufrufs möglicherweise nicht mehr aktuell.

Check: Datensensibilität bei Mitarbeitern

Die DSGVO kann in einem Unternehmen nur umgesetzt werden, wenn die Mitarbeiter umfassend in diesem Bereich geschult sind.

Mitarbeiter, die mit der automatisierten Verarbeitung von personenbezogenen Daten zu tun haben, müssen für den richtigen Umgang mit diesen Daten sensibilisiert werden. Nur so können sie Datenschutzpannen vorgebeugt werden. Sind Ihre Mitarbeiter fit im Datenschutz?

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