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Künstliche Intelligenz und Datenschutz

Der Kampf um zukünftige Märkte ist voll entbrannt: Google, Microsoft, Apple und Amazon liefern sich ein Rennen um immer höher entwickelte Bots und damit letztlich um echte Künstliche Intelligenz. Lassen sich Datenschutz und Künstliche Intelligenz vereinen?

Der Kampf um zukünftige Märkte ist voll entbrannt: Google, Microsoft, Apple und Amazon liefern sich ein Rennen um immer höher entwickelte Bots und damit letztlich um echte Künstliche Intelligenz. Vor allem das Unternehmen aus Cupertino dürfte dabei in einen Konflikt geraten: Apple betont im Unterschied zu seinen Konkurrenten immer wieder, welchen hohen Stellenwert der Datenschutz der Kunden genießen würde. Damit Künstliche Intelligenz tatsächlich irgendwann unseren Alltag erobert, müssen die Algorithmen aber eben mit ihren Daten gefüttert werden. Lassen sich Datenschutz und Künstliche Intelligenz vereinen?

Die Hürden für den Datenschutz: künstliche Intelligenz benötigt Nutzer Informationen

Dass es sich beim Thema "Künstliche Intelligenz" ein wichtiges Zukunftsprojekt handelt, wird heute kaum noch infrage gestellt: schon im Jahr 2017 soll der weltweite Umsatz für Hardware, Software sowie damit verbundene Services im Bereich "Cognitive Computing" und "Machine Learning" um 92 % wachsen - auf immerhin schon eine beeindruckende Summe von 4,3 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die Grenze von 2 Milliarden Euro jährlich überschritten werden. Datenschützer sehen eine solche Entwicklung durchaus mit einiger Skepsis; insbesondere die informationelle Selbstbestimmung sei gefährdet. Aktuell feiern digitale Assistenten wie Google Home oder Amazon Echo Erfolge, weil sie unseren Alltag erleichtern können. Aus Sicht der Datenschützer ist allerdings unklar, inwiefern die gesammelten Informationen über die Nutzer womöglich weiterverarbeitet werden. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Geräte jederzeit eingeschaltet sind und technisch gesehen die Nutzer abhören können. Doch selbst wenn es zu diesem Szenario gar nicht kommt, erhalten die großen Digitalunternehmen eine Menge Informationen von uns. Auch der Staubsauger-Robotor "Roomba" geriet kürzlich in die Kritik: um die Wohnung perfekt von Schmutz zu befreien, werden die Räume durch das Gerät vermessen. Dadurch entsteht in gewisser Weise eine digitale Karte der Wohnung. Hersteller iRobot überlegt nun, genau diese Daten an Unternehmen zu verkaufen - und auch in diesem Zusammenhang wurden Namen wie Google oder Amazon genannt. Hieraus ergibt sich die Problematik, dass die großen Digitalkonzerne weitreichende Informationen erhalten, die sich natürlich auch problemlos miteinander verknüpfen lassen. Aus der Größe der Wohnung lässt sich zum Beispiel auch einen Rückschluss über Einkommen ziehen, möglicherweise kann die Werbung dann noch individueller auf bestimmte Personen zugeschnitten werden.

Wie sich der Datenschutz trotz Künstliche Intelligenz sicherstellen lässt

Wie also lassen sich in einem solchen Szenario Datenschutz und künstliche Intelligenz zusammenbringen? Apple beantwortet diese Frage mit "Crowd Sourcing", von Führungskräften häufig auch als "differenzierter Datenschutz" bezeichnet. Die Entwickler sollen anonymisierte Informationen über die gesamte Nutzerschaft erhalten, aber keine Daten als Einzelnes, die sich auf eine bestimmte Person zurückverfolgen ließen. Zudem versichert das Unternehmen, dass viele Technologien auch lokal auf dem Gerät stattfinden könnten - beispielsweise die Gesichtsentsperrung mit einem iPhone. Dadurch müssten persönliche Nutzerinformationen gar nicht bearbeitet werden. Zudem lassen sich Datenschutz und Künstliche Intelligenz an anderen Stellen auch sehr problemlos mit einander vereinen: so kann die KI Datenpannen erkennen - bisher ist dies für viele Unternehmen keine leichte Aufgabe. Kommt es zu Datenschutzverletzungen, sind aktuellen Untersuchungen zufolge 44 % nicht in der Lage, ein Datenleck innerhalb von 72 Stunden zu erkennen und zu melden. Hier könnte ein Bot durchaus hilfreiche Unterstützung leisten. Auch im Bereich der Risikoanalyse kann die Künstliche Intelligenz wichtige Hilfe leisten. Die Datenschutzfolgeabschätzung, wie sie vom Gesetzgeber derzeit vorgeschrieben ist, dürfte künftig aber schwierig zu bewerkstelligen sein. Denn Künstliche Intelligenz ist schon per Definition selbstlernend und soll auch in der Lage sein, eigene Wege zu gehen. Der Gesetzgeber sieht derzeit aber vor, dass letztlich die Nutzung und Verarbeitung der personenbezogenen Daten abschätzen und bewerten muss - im Falle der künstlichen Intelligenz ist dies also vollkommen unmöglich.

Fazit: Datenschutz muss früher ansetzen

Künftig wird man sich also fragen müssen, auf welchem Wege sich Datenschutz und künstliche Intelligenz vereinen lassen. Gesetzesänderungen werden womöglich notwendig werden; ebenso sollte der Datenschutz weitaus früher ansetzen, weil bei selbst lernenden Systemen vollkommen unklar ist, wie die Daten letztlich genau genutzt werden. Bei der Suche nach Datenlecks kann die KI allerdings auch hilfreich sein und dafür sorgen, dass Hacker Angriffe schneller gefunden werden.