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Datenschutz und Facebook - passt das zusammen?

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Auch soziale Netzwerke haben diesen Trend erkannt und schlagen daraus Profit. Vor allem Facebook, welches mit aktuell über 26 Millionen Nutzern allein in Deutschland unangefochtener Marktführer ist, hat den Handel mit Nutzerdaten zu seinem Geschäftsmodell gemacht.

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Auch soziale Netzwerke haben diesen Trend längst erkannt und schlagen daraus Profit. Vor allem Facebook, welches mit aktuell über 26 Millionen Nutzern allein in Deutschland unangefochtener Marktführer ist, hat den Handel mit Nutzerdaten zu seinem - äußerst gewinnbringenden - Geschäftsmodell gemacht. Immer wieder gerät das Netzwerk deshalb jedoch in die Kritik, seiner datenschutzrechtlichen Verantwortung nicht gerecht zu werden. Dies gibt Anlass, den Umgang von Facebook mit personenbezogenen Daten näher zu beleuchten und sich mit den Vorwürfen der Datenschützer auseinanderzusetzen.

Personenbezogene Daten bei Facebook 

Facebook ermöglicht seinen Nutzern bekanntermaßen, ein persönliches Profil anzulegen und sich mit anderen Anwendern zu vernetzen. Zu diesem Zweck werden bereits bei der Anmeldung personenbezogene Daten wie etwa Name, Alter und Beruf der Person abgefragt. Im Laufe der Nutzung können die Anwender dann ihr Profil nach eigenem Belieben mit Fotos, Videos oder persönlichen Postings ausgestalten. Bereits durch diese Funktionen - und die Bereitschaft der Nutzer, persönliche Informationen zu teilen - lässt sich aus dem Facebook-Profil ein umfassendes Persönlichkeitsprofil der jeweiligen Person erstellen. Darüber hinaus erhebt Facebook weitere technische Daten, wie etwa IP-Adresse, Browser und Betriebssystem des Nutzers. Auch diese Informationen stellen nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs personenbezogene Daten dar und unterfallen somit dem Datenschutz.

Neben dem Nutzungsverhalten auf der Plattform selbst werden zudem mithilfe von Cookies und der Einbindung des sogenannten Like-Buttons auf Websites von Unternehmen auch außerhalb der unmittelbaren Anwendung von Facebook Nutzungsdaten erhoben und mit dem Profil des Anwenders verknüpft. Auf diese Weise entstehen umfassende Datensätze über die einzelnen Facebook-Nutzer, die weit über das hinausgehen, was der einzelne Nutzer freiwillig und bewusst in seinem Online-Profil teilt. Ziel dieser Datensammlungen ist es, sich ein möglichst genaues Bild über die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse der Anwender zu machen und die so entstehenden Datensätze zu verkaufen. Unternehmen nutzen die Informationen dann wiederum, um die jeweiligen Website-Inhalte, insbesondere die auf Facebook enthaltene Werbung, individuell anzupassen, somit mehr Kunden zu akquirieren und eine stärkere Kundenbindung zu erzielen.

Kritik am Datenschutz bei Facebook 

An der regelrechten „Daten-Sammelwut“ der sozialen Netzwerke wird zum einen kritisiert, dass die Plattformen regelrecht dazu auffordern, private Daten öffentlich zu teilen, und zum anderen, dass sie von den meisten Nutzern unbemerkt sämtliche Nutzungsdaten verarbeiten und zu Werbezwecken weitergeben. Vor allem letzteres ist datenschutzrechtlich relevant, da bei dieser Art der Datenverarbeitung fraglich ist, ob eine Zustimmung der betreffenden Nutzer vorliegt. Eine sehr umstrittene Praxis stellt vor allem das oben beschriebene Tracking dar, bei dem Facebook mithilfe von Cookies das Nutzungsverhalten von Personen analysiert, die Partner-Websites des sozialen Netzwerks aufrufen.

Da es sich dabei um personenbezogene Daten handelt, unterliegt diese Praxis grundsätzlich den Regularien des deutschen und europäischen Datenschutzrechts. Strittig ist insofern vor allem, wer hier die datenschutzrechtlich sensiblen Daten der Nutzer erhebt. Einerseits stellt Facebook die technische Infrastruktur zum Aufbau der Fanpages zur Verfügung, andererseits bleibt das Anlegen einer Fanpage sowie die Einbindung des Like-Buttons in den Quelltext der Website dem Unternehmen selbst überlassen. Ungeachtet dessen, wer letztendlich juristisch für die Einhaltung des Datenschutzes verantwortlich ist, ist es jedoch sowohl Facebook als auch den werbenden Partnerunternehmen anzuraten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Datenschutz zu wahren. Insbesondere sollte die Datenerhebung und -weitergabe transparent gestaltet sein und den Anwendern die Möglichkeit gegeben werden, in die Nutzung einzuwilligen oder ihr zu widersprechen. Auf diese Weise können Unternehmen das Werbepotential der sozialen Netzwerke nutzen, ohne Gefahr zu laufen, Datenschutzverstöße zu begehen.