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Wearables und Fitness-Apps - gar nicht fit im Datenschutz

Sie sind praktisch, klein und man trägt sie überall bei sich: Die Rede ist von Fitness Apps und tragbaren Kommunikationsgeräten, sogenannten Wearables, die die eigenen Fitness- und Gesundheitsdaten aufzeichnen. Nur wenige Anwender machen sich darüber Gedanken, was mit ihren sensiblen persönlichen Daten passiert.

Sie sind praktisch, klein und man trägt sie überall bei sich: Die Rede ist von Fitness Apps und tragbaren Kommunikationsgeräten, sogenannten Wearables, die die eigenen Fitness- und Gesundheitsdaten aufzeichnen. Nur wenige Anwender machen sich darüber Gedanken, was mit ihren sensiblen persönlichen Daten passiert, wenn die schicken kleinen Gadgets diese Daten in entsprechende Clouds laden sowie sie den Anbietern der Programme zugänglich machen. Tatsächlich sind diese kleinen Geräte alles andere als datenschutzfreundlich.

Anbieter von Gesundheits-Apps und Wearables vernachlässigen den Datenschutz

Noch nie war es so einfach, Daten zum eigenen körperlichen Zustand zu erfassen, zu vergleichen und zu analysieren. Elektronische Plattformen, die zudem häufig auch noch mit Messgeräten verbunden sind, zeichnen Fitnessdaten auf und machen sie der entsprechenden Plattform zugänglich. Solche hoch privaten personenbezogenen Daten sind bares Geld wert. Die meisten Anbieter dieser Gesundheitsplattformen handeln dabei, als hätten sie noch nie etwas von Datenschutz gehört. Weder wird die explizite Einwilligung zur Nutzung und Weitergabe der Anwenderdaten eingeholt, noch wird der Nutzer darüber informiert, was mit seinen personenbezogenen Daten passiert. Auch die Möglichkeit, entsprechende persönliche Daten zu löschen, sind vielfach äußerst unzureichend ausgearbeitet.

Nicht nur, dass dieser wertvolle Datenpool an Analyse- und Werbedienste in Gewinnabsicht weitergegeben wird. Es steht auch zu befürchten, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch Krankenkassen und Arbeitgeber Zugriff auf diese Daten erhalten, ohne dass der Nutzer das möchte und weiß. Zwei lehnen die gesetzlichen Krankenkassen derartige Datenerhebungen und -nutzungen bisher ab, weil sie dem Solidarprinzip widersprechen. Offen ist aber, wie sich beispielsweise private Krankenkassen, die strikt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wirtschaften müssen, in diesem Punkt verhalten werden. Manchem ehrgeizigen Anwender mag es angenehm sein, seinem Arbeitgeber die eigene Gesundheit und Fitness nachweislich unter Beweis stellen zu können. Jedoch sollte man jedem Nutzer die Hoheit über seine personenbezogenen Daten belassen.

Das ist auch deshalb wichtig, weil die gesundheitlichen Standards, die entsprechende Anbieter setzen, im Zweifelsfall häufig einer wissenschaftlichen Überprüfung kaum standhalten und auch fragwürdige Anforderungen stellen. Ob also Nutzer, denen ihre Gesundheits-App eine besondere Fitness bescheinigt, tatsächlich besonders gesund und fit sind, lässt sich nicht einfach feststellen. Rechengrößen wie der BMI werden etwa von Ärzten und anerkannten Stellen immer mehr infrage gestellt. Es ist also durchaus möglich, dass entsprechende sogenannte Gesundheitsplattformen eher Vorurteile bedienen als zur Gesundheit der Nutzer beizutragen. Besonders problematisch ist auch, dass Datenschützer erst seit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 faktische gesetzliche Grundlagen sehen, um gegen Datenverstöße durch entsprechende Gesundheitsplattformen vorzugehen.

Wearables und Datenschutz: Umgang mit Gesundheits-Apps zurzeit auf eigene Gefahr

Wer als Nutzer der entsprechenden Gesundheitsplattformen mit Gesundheits-Apps und Wearables täglich umgeht sowie diese fleißig mit Daten füllt, sollte sich also der Tatsache bewusst sein, dass seine Daten dort wenig Schutz genießen. Jeder Anwender sollte sich fragen, ob die entsprechenden Gesundheitstipps und Analysemöglichkeiten der Plattform es wert sind, die eigenen Gesundheitsdaten nicht näher gekennzeichneten Quellen und der kommerziellen Nutzung zugänglich zu machen. Im Zweifelsfall sollten Anwender auf eine Nutzung verzichten, wenn sich die Plattform erkennbar datenschutzwidrig verhält. Das gilt vor allem, wenn der Anbieter kein Einverständnis zur Datenverarbeitung einholt und die Weitergabe der möglichen Daten sowie deren Nutzung intransparent gestaltet sind.