Die ISO 27001 Zertifizierung einfach erklärt

ISO 27001 ist eine internationale Norm für Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS). Sie legt die Anforderungen fest, die eine Organisation erfüllen muss, um ein effektives ISMS zu etablieren, zu implementieren, zu betreiben, zu überwachen, zu überprüfen, zu pflegen und kontinuierlich zu verbessern. Ziel der Norm ist es, durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen sicherzustellen.

2024-07-11

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Die ISO 27001 Zertifizierung einfach erklärt

ISO 27001, was ist das?

Die ISO 27001 steht für optimale Prozesse und Praktiken, um die Informationssicherheit in Organisationen zu gewährleisten. ISO 27001 definiert einen systematischen Ansatz zur Verwaltung sensibler Unternehmensinformationen, damit sie sicher bleiben. Zu den Anforderungen der Norm gehören die Bewertung von Risiken, die Einführung von Kontrollmechanismen und regelmäßige Überprüfungen, um die Effektivität dieser Maßnahmen sicherzustellen.

Zusammenhänge zwischen ISO 27001, ISO IEC 27001 und DIN ISO 27001

  • ISO 27001: Die internationale Norm für Informationssicherheitsmanagementsysteme. Aktuell in ihrer Überarbeitung von 2022.
  • ISO IEC 27001: Beinhaltet zusätzliche Leitlinien und Anforderungen der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC).
  • DIN ISO 27001: Die deutsche Version der internationalen Norm, herausgegeben vom Deutschen Institut für Normung (DIN).

Entwicklung der ISO 27001

ISO 27001:2005
Einführung der ersten Version. Sie legte den Grundstein für Informationssicherheitsmanagementsysteme.

ISO 27001:2013
In der ersten Überarbeitung kam es zur Einführung eines risikobasierten Ansatzes und Integration neuer Sicherheitskontrollen.

ISO 27001:2018
Fünf Jahre später folgten kleinere Anpassungen und Klarstellungen, allerdings keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zur 2013-Version.

ISO 27001:2022
Die aktuell gültige Version der Norm trägt den Titel „Informationssicherheit, Cybersicherheit und Datenschutz – Informationssicherheitsmaßnahmen“ und sah zum ersten Mal seit 2013 wieder größere Änderungen und Erweiterungen. Das betraf vor allem die Controls, die überarbeitet worden sind. Für Unternehmen gab es keine komplett neuen Maßnahmen zu beachten, die Änderungen standen eher für eine Entwicklung im Bereich der Informationssicherheit, die Experten schon länger gefordert hatten.

Kernbestandteile der ISO 27001 Zertifizierung für ISMS

  • Informationssicherheitsrichtlinien
  • Rollen und Verantwortlichkeiten im Sicherheitsmanagement
  • Asset-Management
  • Risikomanagement
  • Sicherheitskontrollen
  • Sicherheitsbewusstsein und Schulungen
  • Vorfallmanagement
  • Kontinuierliche Überwachung und Verbesserung

Vorteile einer ISO 27001 Zertifizierung für Unternehmen

  • Schutz von sensiblen Informationen: Sicherstellung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten.
  • Gesetzliche Anforderungen: Einhaltung von Datenschutzgesetzen und regulatorischen Anforderungen.
  • Reputation: Die Norm schafft Vertrauen bei Kunden und Partnern durch nachgewiesene Sicherheitsstandards.

Vorteile der Implementierung:

  • Risikomanagement: Systematische Identifizierung und Bewertung von Risiken.
  • Effizienzsteigerung: Optimierung interner Prozesse durch klare Sicherheitsrichtlinien.
  • Wettbewerbsvorteil: Differenzierung gegenüber nicht zertifizierten Wettbewerbern.

Wer benötigt eine ISO 27001 Zertifizierung?

Arten und Größen von Unternehmen:

  • Großunternehmen: Oftmals gesetzlich oder durch Branchenstandards verpflichtet.
  • KMU: Zur Verbesserung der Sicherheitsstandards und als Wettbewerbsvorteil.

Unternehmen nach Branchen:

  • IT und Technologie: Schutz geistigen Eigentums und Kundendaten.
  • Finanzdienstleistungen: Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
  • Gesundheitswesen: Sicherstellung der Vertraulichkeit von Patientendaten.

Die Implementierung von ISO 27001

Zum Start jeder Zertifizierung ist es wichtig, uneingeschränkte Unterstützung des Managements / der Entscheider zu haben. Die Zertifizierung verlangt nach finanziellen Ressourcen und dem Einsatz von Personal. Diese Ressourcen werden über einen gewissen Zeitraum gebunden. 
Die Dauer und die tatsächlichen Kosten für ein Unternehmen lassen sich dabei nicht immer grob überschlagen. Abhängig von der Unternehmensgröße und Komplexität, kann die Zertifizierung typischerweise mehrere Monate dauern. Die Kosten variieren dabei je nach Einsatz von externen Beratern und internen Ressourcen. Im Anschluss muss die Zertifizierung alle drei Jahre erneuert werden, mit jährlichen Überwachungsaudits.

Wichtige Schritte im Zertifizierungsprozess:

  1. Vorbereitung: Initiale Bewertung und Festlegung des Geltungsbereichs.
  2. Risikobewertung: Identifizierung und Analyse von Risiken.
  3. Umsetzung: Einführung von Sicherheitskontrollen.
  4. Interne Audits: Überprüfung der Wirksamkeit des ISMS.
  5. Zertifizierungsaudit: Durchführung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle.
  6. Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des ISMS.

Häufige Herausforderungen und Lösungen bei der ISO 27001 Zertifizierung

  • Ressourcenmangel: Mangel an Zeit und Personal.
  • Komplexität der Norm: Verständnis und Umsetzung der Anforderungen.
  • Mitarbeiterakzeptanz: Widerstand gegen Veränderungen.

Lösungen:

  • Schulung und Sensibilisierung: Schulungsprogramme und Bewusstseinskampagnen.
  • Externe Unterstützung: Hinzuziehung von Beratern und Experten.
  • Phasenweise Implementierung: Schrittweise Einführung der Norm, um Ressourcen zu schonen.

Mit der ISO 27001 Zertifizierung können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Informationssicherheitsmanagementsysteme höchsten internationalen Standards entsprechen, was sowohl das Vertrauen in die Organisation stärkt als auch rechtliche und regulatorische Anforderungen erfüllt.
 

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Artikel veröffentlicht am 11.07.2024

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