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Interview Senior Legal Engineer

"Datenschutz wird von der Digitalisierung profitieren"

Alex Jelonek arbeitet als Senior Legal Engineer und Produktmanager bei datenschutzexperte.de und sieht in der Verquickung von Datenschutz und Digitalisierung enormes Potential.

Wir machen Datenschutz nicht nur digital, sondern endlich auch verständlich.

Als schnell wachsendes Legal-Tech-Unternehmen befähigen unsere über 55 Datenschutzexpert*innen kleine und mittelständische Unternehmen zur Datenschutzkonformität. Unser Motto: making privacy the new normal. Unsere Mitarbeiter*innen leben digitalen Datenschutz – davon berichten sie in dieser Serie.

Heute: Alexander Jelonek, Senior Legal Engineer und Product Manager

 

Lieber Alex, du arbeitest als Senior Legal Engineer und Produktmanager bei datenschutzexperte.de, bist zudem Volljurist und hast auch selbst schon als Rechtsanwalt praktiziert. Was machst du genau in deinem Tätigkeitsfeld?

Der neumodische Jobtitel gibt mein Tätigkeitsfeld leider nicht so richtig wieder ;-) Tatsächlich ist es meine Aufgabe, quasi zwischen den Stühlen zu sitzen: Auf der einen Seite kenne ich die Denkweise von Juristen und deren Anforderungen. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, wie Softwareentwickler ticken und was sie brauchen, um die Anforderungen der Juristen umzusetzen. Ich bin sozusagen als eine Art Dolmetscher tätig, da die beiden Seiten sich erfahrungsgemäß schwer tun, direkt in einer Art und Weise so miteinander zu kommunizieren, dass am Ende alle mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei datenschutzexperte.de als Senior Legal Engineer aus?

In der täglichen Praxis stellt sich das so dar, dass ich mit den Juristen die Anforderungen bestimme und ihnen dabei auch zeige, was technisch möglich ist und was nicht, aber auch die Möglichkeiten der Technik aufzeigt, die sich außerhalb ihres Tätigkeitsfelds entwickeln. Die juristischen Anforderungen bereite ich dann so für die Softwareentwickler auf, dass sie klar definierte Aufgaben haben, die technisch umsetzbar sind und sich in das große Gesamtbild der zu entwickelnden Anwendung einfügen – das kann eine Software sein oder eine App. Dabei sind nicht nur die juristischen und technischen Anforderungen zu berücksichtigen, sondern ich muss auch immer den Anwender im Blick haben, der später die Software nutzen soll. Zu guter Letzt spielt natürlich die wirtschaftliche Seite eine Rolle. Nicht alles, was zuerst gut klingt, kann sofort umgesetzt werden; manches muss zurückgestellt werden, wenn es aktuell nicht wirtschaftlich oder eine Umsetzung derzeit zu zeitintensiv wäre.

„Senior Legal Engineer“ ist ein Job-Titel, mit dem man nicht unbedingt auf den ersten Blick den Datenschutz-Bereich in Verbindung bringt. Wieso ist ein Legal Engineer gerade auch im Datenschutz wichtig?

Datenschutz ist ja vor allem auch ein juristisches Thema. Um dieses effizient managen zu können, sind technische Hilfsmittel erforderlich. Will man keinen Flickenteppich aus Einzelanwendungen haben, so muss man sich frühzeitig ein Gesamtkonzept überlegen, das man technisch umsetzen will. Das ist eine der Aufgaben des Legal Engineers.

Was reizt dich an der Verbindung Datenschutz und Tech?

Die Verbindung der Themen ist für mich persönlich spannend, weil das Thema Datenschutz in seiner aktuellen Form noch recht frisch ist. Man hat hier noch viele Möglichkeiten, kreativ und gestalterisch Einfluss zu nehmen. Auf der anderen Seite bin ich ein großer Freund von Effizienz und es freut mich persönlich am meisten, wenn man anderen das Leben leichter machen kann. Gerade im Bereich Datenschutz ist da technisch noch viel Raum, um effizienter zu werden.

Was sind deiner Erfahrung nach die größten Herausforderungen für Unternehmen?

Das Thema Datenschutz bedeutet für die Unternehmen zunächst eine große Inventur ihrer eigenen Abläufe. Das ist initial ein erheblicher Aufwand. Hinzu kommt, dass in der Regel auch keine Datenschutzexperten im Unternehmen vorhanden sind, die dabei helfen, das Thema in seiner Gesamtheit und auch im nötigen Detailgrad zu betreuen. Das stellt viele vor allem kleinere Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Und selbst wenn man diese Bestandsaufnahme hinter sich gebracht hat, wird man das Thema als treuen Begleiter nicht mehr los. In der Regel ergeben sich aus der Bestandsaufnahme einige Hausaufgaben, die das Unternehmen zu machen hat, um den Anforderungen der DSGVO auch gerecht zu werden. Und selbst wenn das dann bewältigt ist, ist immer noch genug zu tun: das Unternehmen selbst aber auch das Datenschutzrecht ist ständig in Veränderung begriffen. Und eine Datenschutzverletzung oder Betroffenenanfrage lassen sich naturgemäß nicht vorhersehen, sowas erwischt einen daher gefühlt immer im falschen Moment.

Und wo siehst du persönlich derzeit die größte Herausforderung im Datenschutz?

Aus meiner Sicht ist die größte Herausforderung, bei diesem Thema nicht den Durchblick zu verlieren. Daher ist genau das auch meine spannendste Aufgabe: Allen Betroffenen, sei es Unternehmen, Datenschutzkoordinator im Unternehmen oder Datenschutzbeauftragter, zu jeder Zeit die Möglichkeit zu geben, Herr über den Datenschutz im Unternehmen zu sein und den Überblick zu behalten.

Was denkst du: Wo stehen wir im Datenschutz Ende des Jahres, wo in 5 Jahren? Zeichnen sich Trends ab?

In diesem Bereich ist es aktuell sehr schwer Voraussagen zu treffen: Vieles ist noch frisch und befindet sich noch auf dem Prüfstand. Einiges hat sich in der Praxis bewährt, anderes wird schon wieder aufgeweicht und angepasst. Bis hier etwas Ruhe eingekehrt ist, wird es noch ein, zwei Jahre dauern. Auch die Politik muss das verarbeiten und aktuell gibt es ja noch ganz andere Themen, die uns alle betreffen und bewegen. Einen Trend sehe ich aber trotz alle dem: das Thema Datenschutz wird in zunehmendem Maße von der Digitalisierung profitieren, vor allem da es gerade die rasant fortschreitende Digitalisierung ist, die es ständig in Bewegung hält und zu Anpassungen zwingt. Es wird hier nicht so schnell langweilig werden.

 

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Das Interview führte: Kathrin Strauß

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