Datenschutz im Reisebüro

Datenschutz im Urlaub – Datenweitergabe vom Reisebüro bis zum Hotel

Zu einem entspannten Urlaubserlebnis gehört vieles dazu. Für die einen, dass sie keinen Sonnenbrand bekommen, für die anderen, dass ihnen nichts gestohlen wird. Weder die Uhr noch die Daten. Manche schenken ihren Reisepass jedoch direkt freiwillig her – seien Sie schlauer!

2019-08-28

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Wirft man einen Blick in die sozialen Netzwerke, dann scheint es manchmal, als seien Blogger und Influencer über die normalen Alltagsdinge erhaben. Schön – sowieso, erfolgreich – obendrein, Luxusreisen – geschenkt. Dass dieses Verhalten aber auch schiefgehen kann, zeigen jüngste Vorfälle: Gleich 20 deutsche Blogger und Influencer wurden von einer Reisefirma zu einer Luxusreise in die Türkei eingeladen, mit Party auf der Luxusyacht und Fotoshooting am weißen Strand. Bei der Ankunft in Antalya gab es dann statt Luxuslust allerdings Reisefrust: Weder der Aufenthalt im versprochenen 5-Sterne-Hotel noch das Rückflugticket waren echt und die gleich zu Beginn der Reise so vertrauenswürdig ausgehändigten Reisepässe an die vermeintlichen Empfangsdamen am Flughafen waren ruckzuck gestohlen.

Dass beim Verlust des Passes viele wertvolle personenbezogene Daten gleich mit verloren gehen, macht diesen Diebstahl umso prekärer. Deswegen buchen nach wie vor viele Reisende gerne über Reisebüros, in der Hoffnung, dass ihre personenbezogenen Daten im Reisebüro gut aufgehoben sind.

 

Datenschutz im Reisebüro – Dank DSGVO verpflichtend

Nimmt man die Dienste eines Reisebüros in Anspruch, lohnt sich bereits vor dem Gang ins Reisebüro oder dem Griff zum Telefon ein Blick auf die Homepage in die Datenschutzerklärung des jeweiligen Reisebüros. Dort muss aufgeführt sein, wie das jeweilige Reisebüro mit den personenbezogenen Daten der Kunden umgeht – denn jedes Reisebüro unterliegt den Anforderungen der DSGVO.

Vor allem die folgenden Punkte sind dabei für Urlauber, die Wert auf Datensicherheit im Reisebüro legen, relevant:

  • Welche personenbezogenen Daten werden erhoben und zu welchem Zweck?

  • Wann und wie werden diese erhobenen personenbezogenen Daten mit anderen Organisationen geteilt?

  • Wie können Sie Ihre personenbezogenen Daten einsehen, ändern oder löschen lassen?

Sollten diese Dinge nicht explizit in der Datenschutzerklärung des Reisebüros stehen, sollten Sie diese unbedingt noch einmal vor der Buchung ansprechen. Denn das Reisebüro muss die Kundendaten im Sinne der Datensicherheit zwingend schützen.

 

Die DSGVO im Reisebüro: Welche Daten darf ein Reisebüro weitergeben?

Damit Reisebüros einen reibungslosen Ablauf der Reise ermöglichen können, behalten sie sich meist vor, die erhobenen personenbezogenen Daten für den Urlaub an Vertragspartner bzw. Dritte weiterzugeben. Diese Dritte können beispielsweise

  • Reiseveranstalter

  • Hotels oder

  • Fluglinien sein.

Allerdings können diese Dritte in Ausnahmefällen auch staatliche Einrichtungen und Behörden sein, beispielsweise dann, wenn es sich um eine Einreise in die USA handelt. Hier sind die Reisebüros bzw. Fluggesellschaften wegen eines US-Bundesgesetzes zur Terroristenfahndung gezwungen, Flug- und Reservierungsangaben eines jedes Reisenden bzw, Passagiers vor der Einreise den US-Einreisebehörden mitzuteilen.

 

Sie machen Urlaub – der Datenschutz nicht

Einfach für einen Newsletter anmelden, nur weil Sie dort eine Reise gebucht haben, darf das Reisebüro Ihres Vertrauens Sie übrigens ohne Ihre Zustimmung nicht – der DSGVO sei Dank. Die DSGVO greift im Reisebüro ebenso ausnahmslos wie in anderen Branchen und das ist gut so. Denn wenn ihre Daten in sicheren Händen sind, können Sie entspannt Urlaub machen. Außer, sie verschenken gleich zu Reisebeginn ausversehen Ihren Pass. Dann dürfte die Erholung dahin sein.

Autorin: Kathrin Strauß
Artikel veröffentlicht am: 28. August 2019

Bitte beachten Sie: Allgemeine Beiträge können eine datenschutzrechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit unsere Blogbeiträge können wir keine Gewähr übernehmen. Inhalte beziehen sich immer auf die Rechts- und Faktenlage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und sind deshalb zum Zeitpunkt des Aufrufs möglicherweise nicht mehr aktuell.

Check: Datensensibilität bei Mitarbeitern

Die DSGVO kann in einem Unternehmen nur umgesetzt werden, wenn die Mitarbeiter umfassend in diesem Bereich geschult sind.

Mitarbeiter, die mit der automatisierten Verarbeitung von personenbezogenen Daten zu tun haben, müssen für den richtigen Umgang mit diesen Daten sensibilisiert werden. Nur so können sie Datenschutzpannen vorgebeugt werden. Sind Ihre Mitarbeiter fit im Datenschutz?

Zum Check

Geöffneter Laptop, auf welchem derCheck zur Datensensibilität der Mitarbeiter geöffnet ist

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