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TikTok App auf einem Smartphone

TikTok – Tanz um Daten und Zensur

Wenn sogar Mark Zuckerberg über eine App wettert, muss es um diese schlimm bestellt sein. Und in der Tat ist die Video-App TikTok in letzter Zeit international in Kritik geraten. Vor allem Eltern, deren Kinder TikTok benutzen, sollten hellhörig werden.

Die Marketers sahen in ihr schon die Absatzplattform der Zukunft, um vor allem unter 20-Jährige zu erreichen: TikTok. Die chinesische App, die es ihren Nutzern erlaubt, in kurzen Videos zu berühmten Songs performen zu können, gilt als eine der momentan am schnellsten wachsenden Social-Media-Plattformen. Und das nicht ohne Grund: Im ersten Quartal des vergangenen Jahres 2018 wurde TikTok fast 46 Millionen Mal gedownloadet und war damit die am häufigsten installierte App in diesem Zeitraum – weltweit. Mittlerweile hat die App über 1 Milliarde Nutzer. Doch folgt nun auf den Höhenflug ein steiler Fall?

 

TikTok – Marketingmarkt der Zukunft?

Aufgrund der enormen Reichweite, vor allem bei Jugendlichen und heranwachsenden Nutzern, konzentrierten sich bereits jetzt viele Marketing-Kampagnen auf die Videoplattform, die 2017 sogar den Konkurrenten Musical.ly schluckte. Große Firmen wie Guess nutzen die Plattform zusammen mit Influencern, um ganze App-interne Werbekampagnen zu starten (#InMyDenim). Doch auch komplett andere Bereiche konzentrieren sich auf den Nutzen und die Reichweite dieser App: Das amerikanische Militär zum Beispiel nutzt TikTok, um amerikanische Jugendliche zu rekrutieren.

Bei all diesen Kampagnen und Challenges, die auf und über TikTok laufen, fallen massenhaft personenbezogene Daten an: Benutzerdaten und -inhalte werden von der App ebenso erfasst wie standortbezogene Daten, IP-Adressen, Nutzerverhalten und andere personenbezogene Informationen. Das wirft natürlich die Frage nach der Sicherheit dieser Daten auf, vor allem, da viele der Nutzer zum Teil weit unter 16 Jahre alt sind. Die Einwilligung zur Verarbeitung, Weitergabe und Analyse ihrer personenbezogenen Daten, die die Betroffenen der App geben, ist damit rechtlich unwirksam. Einen Jugendschutz oder eine Altersprüfung hat die App allerdings nicht – in England ermitteln deswegen bereits die ansässigen Datenschutz-Aufsichtsbehörden gegen den App-Betreiber. Auch in Deutschland werde die App angeblich seit August 2018 von der Berliner Landesdatenschutzbeauftragten überprüft, da Daten scheinbar nicht richtig bzw. vollständig gelöscht werden. Ein Ergebnis steht hier noch aus. Ebenso wie die Antwort auf die Frage: Was genau passiert mit den erhobenen Daten?

 

Ohne Datenschutz, mit Zensur

Gerade besagte Marketingkampagnen des amerikanischen Militärs brachten nun den Stein gegen TikTok wieder einmal ins Rollen: Wie der US-Staatssekretär Ryan McCarthy bestätigte, bestehe der Verdacht, dass die App-Betreiber Benutzerdaten an chinesische Behörden weiterleiteten. Im Zusammenhang mit dieser App vorsichtig zu sein, rät auch das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie der Bundesbeauftragte für Datenschutz, da es sich hier aus datenschutzrechtlichen Aspekten um „eines der gefährlichsten Angebote“ handle.

All diese Vorwürfe, die nicht zuletzt durch eine TikTok-interne Quelle bestätigt wurden, gehen noch tiefer: Denn die angewendeten Zensur-Kriterien seien so streng und die Datenschutzvorkehrungen so lasch, dass sogar Mark Zuckerberg sich zu einer abwertenden Stellungnahme dahingehend bewogen fühlte: Die chinesische Plattform zensiere die Nachrichten von Aktivisten, auch in den USA, so Zuckerberg. Dies sei nicht das Internet, das er sich wünsche. Über den Zynismus dieser Aussage lässt sich angesichts der Datenschutzpolice von Facebook streiten. Dieser Vorfwurf erhärtet sich jedoch auch durch den TikTok-Insider. Nicht zuletzt durch diesen wurde das (wahrscheinlich) ganze Zensur-Ausmaß von TikTok nun öffentlich.

 

Die Stufen der Zensur – (k)eine Moderation im Sinne des Datenschutzes

Auf den Kern heruntergebrochen besagen die TikTok-internen Zensurregeln, dass nur bestimmte Inhalte weiterverbreitet werden dürfen. Solche, die als gefährdend oder gar zu politisch gelten, werden unterdrückt und damit unsichtbar und unauffindbar gemacht. Diese vorgenommene Zensur findet in sechs sog. Moderationsstufen statt und wird zum Großteil in China vorgenommen. Zwar bestreitet TikTok in einer Stellungnahme, dass politische Inhalte moderiert werden – doch die Wahrheit sieht wohl anders aus. Vor allem Proteste, die der chinesischen Regierung zuwider sind, kommen auf eine „not for feed“-Liste. So etwa tibetische, kurdische oder Hongkonger Proteste.  Dies führte bereits vor ein paar Wochen dazu, dass international erneut Kritik an TikTok aufbrandete, denn von den Protesten in Hongkong war so gut wie nichts zu sehen. Auch die Kritik an politischen Figuren wie Kim Jong-Un wird laut der Moderations-Liste „weg“-zensiert.

Von der angeblich so spaßigen und sorgenfreien Social-Media-Plattform bleibt nach einem Blick hinter die Kulissen nicht mehr viel übrig. Doch den meisten Nutzern ist das egal. Sie tanzen einfach weiter.

Autorin: Kathrin Strauß

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