Digitaler Footprint Privatsphäre im Internet

Tipps für mehr Privatsphäre im Internet

Wer im Netz surft, hinterlässt Spuren – und diese digitalen Spuren erzählen eine Menge über uns. Wir verraten Ihnen, wie Sie weniger persönliche Daten im Internet lassen.

2020-08-17

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Wie Brotkrumen hinterlassen wir beim Surfen im Internet unsere persönlichen Daten. Diese werden von Unternehmen gesammelt, um daraus Profile unserer Vorlieben zu erstellen. So bekommen wir personalisierte Werbung und maßgeschneiderte Inhalte. Zwar ist es fast unmöglich, gänzlich anonym zu surfen, aber um Ihre Privatsphäre im Internet besser zu schützen, gibt es diverse Möglichkeiten, um den eigenen digitalen Fußabdruck zu verkleinern. Dieser setzt sich aus personenbezogenen Daten wie Mail-Adressen, IP-Adresse oder Namen zusammen.

 

Der digitale Fußabdruck – was heißt das?

Wenn Sie sich bewusst dafür entscheiden, die Welt an Ihrem Leben teilhaben zu lassen und z.B. soziale Netzwerke intensiv nutzen, dann ist ihr digitaler Fußabdruck bereits sehr groß (man spricht hier von einem aktiven digitalen Fußabdruck). Intelligente verhaltensorientierte Algorithmen wissen, beispielsweise aufgrund Ihrer Verweildauer auf Bildern, für was Sie sich interessieren und spielen Ihnen ähnliche Informationen und Anzeigen aus. Gesichtserkennende Algorithmen wissen, wann in sozialen Plattformen ein Bild hochgeladen wurde, auf dem Sie zu sehen sind. Messenger-Dienste wie WhatsApp werten Meta-Daten aus, mit denen z.B. Ihr Facebook-Profil automatisch angereichert wird. Und Tracking-Cookies heften sich Website-übergreifend an die Fersen von Internet-Nutzer*innen (passiver digitaler Fußabdruck). Mögliche Folgen all dieser Szenarien sind:

  • Ausspielung personalisierter Werbung;

  • Maßgeschneiderte Preisangebote;

  • Personalisierte Sucherergebnisse in Suchmaschinen, die der Algorithmus für unser Profil am relevantesten hält;

  • Selbstständig mit Informationen angereicherte Social-Media-Profile;

  • Das Verkaufen erstellter Nutzer-Profile an Dritte, z.B. andere Werbetreibende;

  • U.v.m.

Manche Internet-Nutzer*innen empfinden dies als praktische Konsequenzen und bezahlen dafür gerne mit Ihren Daten. Andere wollen dies wiederum vermeiden und ihre persönlichen Daten im Netz schützen. Wenn Sie zur zweiten Gruppe gehören, haben wir nachfolgend hilfreiche Tipps für Sie.

 

Checkliste für mehr Privatsphäre im Netz

Wollen Sie dem allen entgegenwirken, helfen Ihnen folgende Tipps, wie Sie Ihre Privatsphäre im Internet besser schützen können:

  • Privater Surfmodus: Manche Browser bieten es Ihnen an, in sog. privaten Fenstern oder in einem privaten Modus zu surfen. Diese Privatsphäre-Einstellung hindert z.B. manche Webseiten daran, das eigene Suchverhalten aufzuzeichnen.

  • Browserverlauf löschen: Wenn Sie bisher im „normalen“ Modus surften, wird es Zeit, Ihren Browserverlauf zu löschen. So verhindern Sie das Erstellen von Aktivitätsprotokollen über Sie. Zudem können Sie die Einstellungen je nach benutztem Browser so umstellen, dass Ihr Browserverlauf nicht mehr gespeichert wird.

  • Cache leeren: Der Cache ist – vereinfacht gesagt – ein Zwischenspeicher für Internetseiten. Diese merken Sich so, wann Sie schon einmal da waren. Löschen Sie den Cache Ihres PCs, dann gewinnen Sie ebenfalls wieder ein Stück mehr Anonymität zurück.

  • Passwörter nicht im Browser speichern: Manche Browser bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Passwörter direkt zu speichern. Davon sollten Sie Abstand nehmen, denn in manchen Fällen werden diese Kennwörter unverschlüsselt auf Ihrem PC gespeichert und können so leicht ausgelesen werden. Wollen Sie Ihre Passwörter dennoch an einem zentralen Platz gespeichert haben, bieten sich hierfür Passwortmanager an.

  • Cookie-Einstellungen anpassen: Theoretisch sind nun alle Internet-Seiten dazu verpflichtet, Sie vor der Benutzung zu fragen, welche Cookies Sie zulassen wollen. Nur technisch notwendige, damit die Website richtig funktionieren kann oder auch Cookies zu Analyse- und Werbezwecken? Diese Sammeln Daten über Ihr Chatverhalten, erstellen so ein Profil und geben diese Daten u.U. auch an Dritte weiter.

  • Werbung blockieren: Werbung (oft personalisiert durch Cookies) kann im Browser beispielsweise über die Ad-Block-Einstellung oder einen Ad-Blocker blockiert werden. Gleiches gilt für Werbe-Pop-Ups.

  • Do-Not-Track-Funktion: Diese Einstellung bieten manche Browser unter „Einstellungen“ an. Benutzen Sie einen Browser, der diese Funktion nicht anbietet, können Sie sich dafür ein Ad-On herunterladen. So werden alle von Ihnen aufgesuchten Websites darüber informiert, dass Sie nicht getrackt werden wollen.

  • Add-On gegen versteckte Dienste: Es gibt einfach zu installierende Add-Ons, die Sie für jeden Browser herunterladen können, welche über versteckte Dienste auf Internetseiten informieren. Auf Wunsch werden diese Dienste auch blockiert. Ein bekanntes Ad-On mit dieser Funktion ist z.B. Ghostery.

  • Suchmaschine wechseln: Google ist nach wie vor die beliebteste Suchmaschine – das liegt u.a. an ihrer Treffsicherheit. Allerdings werden Ihnen, wie eingangs bereits erwähnt, bei einer Suchanfrage auf Ihr Surfverhalten zugeschnittene Suchergebnisse ausgespielt. Zudem sammelt Google Daten über alle Nutzer*innen. Es gibt alternative Suchmaschinen, die weniger oder keine Daten sammeln, wie DuckDuckGo oder Ecosia. Ein feiner Nebeneffekt: Ecosia pflanzt für jede Ihrer Suchanfragen einen Baum. So können Sie nach und nach Gras über Ihren digitalen Fußabdruck wachsen lassen.

Autorin: Kathrin Strauß
Artikel veröffentlicht am: 17.08.2020

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