Symbolbild für Datenübermittlung

WeTransfer & Datenschutz: Wie sicher ist die Datenübertragung?

WeTransfer ist ein Online-Dienst, bei dem große Dateianhänge einfach an andere Empfänger:innen verschickt werden können. Doch wie sicher ist diese praktische Möglichkeit der Datenübertragung in Hinblick auf den Datenschutz? 

2021-10-01

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Mit WeTransfer können Dateien mit einer Größe von bis zu 2 Gigabyte versendet werden. Das ist für Anwender:innen besonders komfortabel, wenn beispielsweise Fotos oder Videos zu groß für den Versand per E-Mail sind, aber gebündelt und mit hoher Qualität versandt werden sollen. Spätestens seit Einführung der DSGVO sollten Nutzer:innen bei der Verwendung solcher Dienste jedoch genauer hinsehen. Ist der Versand von Daten per WeTransfer sicher? Der folgende Artikel liefert einen Überblick. 
 

Wie funktioniert das Versenden von Daten mit WeTransfer? 

Das Versenden von Daten per WeTransfer ist relativ einfach. Nutzer:innen können ihre Dateien direkt auf der Website von WeTransfer hochladen. Dazu werden sowohl die E-Mail-Adresse der Versender:innen als auch jene der Empfänger:innen abgefragt. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Dateien eine individuelle Nachricht hinzuzufügen. Ein Nutzerkonto ist dafür nicht erforderlich. Gerade wenn beim Versand persönliche Dokumente und personenbezogene Daten wie die E-Mail-Adresse involviert sind, stellt sich Nutzer:innen jedoch oftmals die Frage, ob ihre Daten bei den verwendeten Diensten auch sicher sind. WeTransfer kann in Sachen Sicherheit insofern punkten, als die Daten verschlüsselt hochgeladen werden. Auch den Link zum Abruf der Daten versendet der Dienst verschlüsselt. Trotzdem weist WeTransfer mit Blick auf die Datensicherheit die ein oder andere Lücke auf. Wie sieht es also aus mit dem Datenschutz bei WeTransfer? 
 

Ist die Datenübermittlung mit WeTransfer sicher? 

Das Thema Datenschutz und WeTransfer ist relativ komplex. Der Upload sowie der Link zum Abruf der Daten erfolgen zwar verschlüsselt, jedoch ist die E-Mail an die Empfänger:innen unverschlüsselt. Wer also Zugriff auf diese E-Mail hat, kann die Daten potenziell abrufen. Auch die Zwischenspeicherung der Daten erfolgt ohne Verschlüsselung – auf Servern in den USA. Dort gelten andere Datenschutzregelungen als in Europa. Die Frage, ob die Datenübermittlung mit WeTransfer sicher ist, lässt sich also nicht mit einem klaren Ja beantworten. Vielmehr müssen sich Nutzer:innen selbst um weitere Verschlüsselungsverfahren kümmern oder auf eine Alternative setzen, die mehr Sicherheit bezogen auf den Datenschutz liefert. 
 

WeTransfer: DSGVO-konforme Alternativen 

WeTransfer hält sich zwar im Grunde an die Bestimmungen des Datenschutzes. Trotzdem empfiehlt es sich allein aufgrund der unverschlüsselten Speicherung der Daten auf US-amerikanischen Servern nicht, sensible Daten zu versenden. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass WeTransfer die Anforderungen der DSGVO nicht hundertprozentig erfüllt. Eine Möglichkeit, die über WeTransfer versendeten Daten selbst besser zu schützen, ist der Einsatz zusätzlicher Verschlüsselungsverfahren, wie zum Beispiel der Software 7-Zip. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass auch die Empfänger:innen das Programm einsetzen müssen, um die Dateien herunterzuladen zu können. 
Wem dies zu kompliziert ist, kann auch auf Alternativen zu WeTransfer setzen, die das Thema Datenschutz noch ernster nehmen. Hier zwei Beispiele: 

  • SwissTransfer 
    Der Dienst erfüllt die wesentlichen Funktionen von WeTransfer und bietet zudem zusätzliche Sicherheit: Dateien können über ein eigens festgelegtes Kennwort geschützt werden. Auch die in der Schweiz befindlichen Server unterliegen strengeren Sicherheitsvorschriften. Swisstransfer ist kostenlos und es können Dateien bis zu 50 Gigabyte verschickt werden. 

  • Safetransfer.eu 
    Dieser Dienst geht in Sachen Sicherheit sogar noch einen Schritt weiter. Nutzer:innen haben die Möglichkeit ihren eigenen Server zu nutzen oder bekommen eine eigene in Deutschland liegende Server-Instanz. Zugriffe und Löschungen der Daten können automatisch verwaltet werden. In der kleinsten Variante kostet der Dienst 24,50 Euro pro Monat und stellt 30 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. 
     

WeTransfer bietet bezogen auf den Datenschutz einige Verschlüsselungsverfahren an, allerdings bleibt die Frage ob WeTransfer sicher und zudem kostenlos ist. Allein der Serverstandort in den USA und die unverschlüsselte Speicherung der Daten vor Ort sollten zu denken geben. Nutzer:innen von WeTransfer sind also gut beraten, sich nach einer Alternative umzusehen, die die Anforderungen der DSGVO besser umsetzt. SwissTransfer und Safetransfer.eu sind dabei gute Adressen. Auch der Einsatz von zusätzlichen Verschlüsselungsverfahren ist denkbar, um die Sicherheit von WeTransfer zu verbessern. 
 

 

Autor: Team datenschutzexperte.de
Artikel veröffentlicht am 01.10.2021

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