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Digitalisierung und Datenschutz - ewige Gegensätze?

Vielfach werden Digitalisierung und Datenschutz aus der Natur der Sache heraus als antagonistische Elemente verstanden. Während digitale Prozesse Datenfluten produzieren, wünscht sich der Datenschutz keine Big Data, sondern den sparsamen und minimalistischen Umgang besonders mit personenbezogenen Daten. Trotz dieses natürlichen Gegensatzes ist der Datenschutz enger mit der Digitalisierung verbunden als man annehmen sollte.

Vielfach werden Digitalisierung und Datenschutz aus der Natur der Sache heraus als antagonistische Elemente verstanden. Während digitale Prozesse Datenfluten produzieren, wünscht sich der Datenschutz keine Big Data, sondern den sparsamen und minimalistischen Umgang besonders mit personenbezogenen Daten. Trotz dieses natürlichen Gegensatzes ist der Datenschutz enger mit der Digitalisierung verbunden als man annehmen sollte. Vor allem ist eine erfolgreiche Digitalisierung tatsächlich auch auf datenschutzrechtlich effektive Konzepte angewiesen. Dahinter steht der Gedanke, dass Datenschutz längst nicht nur verbraucherschutzrechtliche Aspekte hat.

Digitalisierung und Datenschutz - Nutzer müssen vertrauen können

Digitalisierte Systeme sind aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Smartphones, Tablets, das innovative Smart Home und Cloud Lösungen sind inzwischen in den persönlichsten Bereich der Verbraucher eingezogen. In diesem Kontext sind personenbezogene Daten vielfach weitaus größeren Risiken ausgesetzt als das bei analogen System jemals denkbar war. Die an diesen Entwicklungen beteiligten Unternehmen und Dienstleister stellt der damit verbundene datenschutzrechtliche Aspekt vor große Herausforderungen. Wer das Vertrauen seiner Kunden und Verbraucher behalten will, kommt an entsprechend kreativ ausgearbeiteten Datenschutzkonzepten nicht vorbei. Unternehmen sind dabei darauf angewiesen, sowohl technische als auch rechtliche Aspekte miteinander zu vereinen. Dabei muss die Gebrauchsfähigkeit digitaler Anwendungen weiter gewährleistet werden. Deshalb ist es im Kontext von Digitalisierung und Datenschutz nicht mehr damit getan, alle Bemühungen nur auf Datenvermeidung und -minimierung auszurichten. Es geht vielmehr darum, mit dem Nutzer auf Augenhöhe vertrauensvoll zusammen zu wirken, um dessen Sorge hinsichtlich seiner personenbezogenen Daten zu berücksichtigen und auf der anderen Seite die entsprechende digitale Anwendung überhaupt zu ermöglichen. Unternehmen sind dabei in vielerlei Hinsicht gefordert. Vor allem geht es um Transparenz und Kommunikation gegenüber dem einzelnen Nutzer. Innovative digitale Anwendungen werden sich zukünftig nur dann wirklich erfolgreich durchsetzen können, wenn die Nutzer einem validen Datenschutz vertrauen können.

Unternehmen wollen die Entwicklung bezüglich Digitalisierung und Datenschutz voranbringen

Aus der Sicht von an der Digitalisierung beteiligter Unternehmen war der Datenschutz lange Zeit über nur ein lästiges und innovationshemmendes Element. Das lag auch daran, dass Datenschutz in der Bundesrepublik Deutschland zum überwiegenden Teil Ländersache war und insoweit jedes Bundesland "seine eigene datenschutzrechtliche Suppe kochte". Betrachtete man dann noch den Aspekt, dass viele dieser Unternehmen auf europäischer und sogar globaler Ebene tätig sind, erscheint den Unternehmen allein die Regelungsdichte im Datenschutz unübersichtlich sowie kompliziert. Mit der seit 25. Mai 2018 in der EU bindenden EU-Datenschutzgrundverordnung existiert erstmalig ein datenschutzrechtliches Regelungswerk auf europäischer Ebene. Die DSGVO reagiert dabei in Teilen auch auf die besonderen Anforderungen der Digitalisierung im Kontext von Datenschutz. Selbst wenn sie manche Anforderungen an Unternehmen verschärft und den Rahmen für Sanktionen bei Datenschutzverstößen erheblich vergrößert, dürfte das Thema Datenschutz ab dem nächsten Jahr für Unternehmen weitaus übersichtlicher gestaltet sein. Das hebt den Gegensatz zwischen Digitalisierung und Datenschutz nicht auf. Auf der anderen Seite begreifen viele Unternehmen aber allmählich, dass Datenschutz nicht nur den Verbraucherinteressen dient.

Digitalisierung und Datenschutz - warum Unternehmen von Datenschutzkonformität profitieren

Auch die Unternehmen selbst müssen sich vor Angriffen auf betriebsinterne und geheime Daten schützen. Obwohl datenschutzrechtliche Vorschriften in erster Linie auf Nutzerinteressen abziehen, haben Unternehmen immer mehr davon, sich datenschutzkonform zu verhalten. Datenschutz dient nicht zuletzt im Schutz von Unternehmensdaten. Es verschafft einem Unternehmen auch ein gewisses Standing im Wettbewerb sowohl auf der B2B-Ebene als auch dem Endkunden gegenüber, im Datenschutz zu glänzen. Unternehmen können es sich einfach nicht mehr leisten, mit anderen Unternehmen geschäftlich zu verkehren, die den Schutz von Betriebsinterna auf die leichte Schulter nehmen. Gerade digitale Anwendungen wie zum Beispiel der Einsatz mobiler Geräte eröffnet hohe Gefahrenpotenziale für betriebsinterne Daten. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt ist ein typisches Element der Digitalisierung. Dabei können allerdings vielmehr interne betriebliche Daten in die Öffentlichkeit und aus dem Betrieb heraus gelangen als sich das Unternehmen wünschen und verantworten können.

Gerade Unternehmen an der Spitze der Digitalisierung tun gut daran, den Datenschutz endlich von dem Ruf eines lästigen und hinderlichen Verbraucherschutzinstrumentes zu befreien. Dieses Umdenken kann einiges dazu beitragen, den Gegensatz zwischen Digitalisierung und Datenschutz Schritt für Schritt zu verringern. Letztendlich dürfte es sich dabei um die beiden Enden eines Entwicklungsstranges handeln - das Eine nicht ohne das Andere.