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Digitales Schloss

Der Verkauf von Kundendaten - risikoreicheres Geschäft?

Im digitalen Zeitalter sind Daten, insbesondere personenbezogene Kundendaten bares Geld wert. Viele Unternehmen teilen daher die Daten, die sie von ihren Kunden erheben, mit anderen Unternehmen. Der Verkauf von Kundendaten hat sich zu einem florierenden Geschäftszweig entwickelt.

Im digitalen Zeitalter sind Daten, insbesondere personenbezogene Kundendaten bares Geld wert. Viele Unternehmen teilen daher die Daten, die sie von ihren Kunden erheben, mit anderen Unternehmen. Der Verkauf von Kundendaten hat sich zu einem florierenden Geschäftszweig entwickelt. Dabei ist der Handel mit Kundendaten durchaus riskant für alle Beteiligten. Im Folgenden eine Übersicht zur rechtlichen Ausgangslage.

Daten Sharing wird im großen Umfang betrieben

Kundendaten werden nicht nur im Einzelfall mit anderen Unternehmen geteilt. Eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft PWC zeigt auf, dass rund 74 % aller mittleren und großen Unternehmen Daten Sharing betreiben. Gerade erst erregte der Versuch von Facebook Aufsehen, an Milliarden von Telefonnummern der WhatsApp Nutzer zu gelangen. Ohne Zweifel ist der Verkauf von Kundendaten ein großes Geschäft. Dabei existieren verschiedene Daten Sharing Modelle. Zum einen geben Unternehmen Daten direkt an andere Unternehmen, zum Beispiel Lieferanten und verbundene Unternehmen, weiter. Zum anderen erhalten andere Unternehmen etwa über Social Plugins aktiven Zugriff auf personenbezogene Verbraucherdaten.

Wo liegen die Gefahren des Daten Sharing für die Verbraucher und die Unternehmen selbst?

Die Verbraucher verlieren bei dem regen Handel mit ihren Daten die Kontrolle über personenbezogene Informationen. Außerdem setzen die Käufer der Daten aus dem personenbezogenen Kundendaten Profile zusammen. Diese Persönlichkeitsprofile müssen dem einzelnen Menschen nicht entsprechen, können seine Intimsphäre verletzen und seinen Ruf schädigen. Auch finanzielle Folgen sind möglich, wenn etwa Versicherungen oder Banken aufgrund gesammelter Daten einem Menschen weitere Leistungen verwehren. Die technischen, statistischen Prozesse, die hinter der Profilerstellung stehen, arbeiten nicht immer fehlerfrei und nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeit. Dies wird der Person selbst in vielen Fällen überhaupt nicht gerecht und gefährdet seine soziale Stellung.

Unternehmen ihrerseits müssen damit rechnen, dass bei großzügigem Daten Sharing auch Daten an Wettbewerber gelangen, die nicht dafür vorgesehen waren. Geschäftsgeheimnisse sind häufig nicht mehr sicher, wenn auch sonst der Umgang mit Daten eher locker gehandhabt wird.

Daten Sharing: EU-Datenschutzgrundverordnung droht mit hohen Bußgeldern

Seit Mai 2018 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung rechtskräftig. Im Vergleich zu den bisherigen datenschutzrechtlichen Regelungen kommen hier Bußgelder in Spiel, die durchaus existenzbedrohend sein können. Bisher konnten maximal etwa 300.000 EURO Bußgeld für illegalen Datenhandel verhängt werden. Die neue EU-Verordnung sieht Beträge von bis zu 20 Millionen EURO, beziehungsweise 4 % des gesamten Weltumsatzes als entsprechende Geldbuße vor. Wer also als Unternehmen bisher in großem Umfang Daten Sharing betrieben hat, sollte sich die Rechtsgrundlagen für diesen Handel nochmals genau ansehen. Regelmäßig ist Daten Sharing nur legal, wenn es im Einzelfall gesetzlich erlaubt es. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Weitergabe der Daten zum Erreichen des Geschäfts sechs notwendig ist. Daten dürfen auch geteilt werden, wenn der betreffende Verbraucher seine Einwilligung dazu erteilt hat, nachdem er die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens bestätigt hat.

Welche Möglichkeit hat der einzelne Verbraucher, der Datenweitergabe und der Datennutzung zu widersprechen?

Verbraucher können selbst einiges dazu tun, um ihre personenbezogenen Kundendaten zu schützen. Sie können sich jederzeit bei Unternehmen dazu erkundigen, welche Daten von ihnen gespeichert und ob diese weitergegeben wurden. Ist eine Weitergabe bereits erfolgt, kann bei der verantwortlichen Stelle der Nutzung widersprochen werden. Wer im Bereich der sozialen Medien Zurückhaltung bei der Offenlegung seiner persönlichen Daten übt, schützt seine Daten ebenfalls.

Wie sollten sich Unternehmen beim Thema Daten Sharing verhalten?

Unternehmen sollten sich von einem Datenschutzexperten die rechtlichen Grundlagen des Daten Sharing genau erläutern lassen und diese auch im Hinblick auf die individuellen Bedingungen im Unternehmen betrachten. Im Zweifelsfall sollte eher auf eine Datenweitergabe verzichtet werden, als einen entsprechenden Verstoß gegen die neue EU Datenschutzverordnung zu riskieren. Sonst kann der Verkauf von Kundendaten teuer werden.